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Around Planet Ocean - Route

>>zur gesegelten Route ...

    GEPLANTE ROUTE:

  • (13) Mai-Juli 2018: Hawaii

  • (14) August-Oktober 2018: Kalifornien

  • (15) Nov. 2018-März 2019: Baja California - Islas Revillagigedo

  • (16) Apr. 2019-Mai 2019: Galapagos

  • (17) Juni 2019-Sept. 2019: Ecuador

  • (18) Oct. 2019: Isla Cocos

  • (19) Nov. 2019-Jan 2020: Panama, Coiba

  • (20) Feb. 2020: Galapagos

  • (21) März 2020: Rapa Nui

  • (22) April 2020: Pitcairn-Franz. Polynesien

  • Fortsetzung folgt ...

  • BLOG:

Unsere Überfahrt von den Marquesas nach Hawai'i war ideal. Bei gutem Wind, nicht zu hohen Wellen und keiner Spur von der ITCZ (Intertropical Convergence Zone), in der es von Flauten bis starken Squalls, Gewitter und viel Regen alles geben kann. Nach ziemlich rauen ersten Tagen hatten wir nur Sonnenschein, guten Wind aus der richtigen Richtung und der Passat, der normalerweise mit 20 bis 25 Knoten aus nordöstlicher Richtung nördlich vom Äquator weht, war mit gut 15 Knoten gerade richtig stark.

So erreichten wir bereits am 3. Mai Hilo und warfen unseren Anker in der Reeds Bay. Nachdem wir mit dem Zoll schon einige Tage vorher in Kontakt waren und sie all unsere Daten bereits hatten, war das Einklarieren schnell und sehr freundlich erledigt.

Genau an diesem Tag begannen kleinere Erdbeben, die erste Lavaspalte an der Ostflanke vom Kilauea tat sich mitten in einem Wohngebiet auf und Lava quoll heraus. Die größte Insel von Hawai'i wird von den Einheimischen „Big Island“ genannt. Sie besteht aus insgesamt fünf Vulkanen, von denen zwei noch regelmäßig aktiv sind und einer bald wieder aufwachen kann. Am bekanntesten ist wohl der Kilauea, der seit 1982 ununterbrochen aktiv ist und besonders durch den Lavasee des Halema'uma'u Kraters berühmt war.

Als wir am Nachmittag unseres zweiten Tages zum Hafenmeister kamen, war dieser ziemlich aufgeregt, da zu Mittag das stärkste Erdbeben auf Hawaii seit den 70iger Jahren war. Durch das 6.9 starke Beben haben alle Gebäude in Hilo gewackelt und es wurde ein Mini-Tsunami (ca. 30 cm) ausgelöst. Am Boot haben wir davon nichts mitbekommen.

Beim Erkunden der Insel machten wir einen Ausflug nach Laupahoehoe, welches 1946 traurige Berühmtheit erlangte, nachdem ein Tsunami 1946 den ganzen Ort mit der Schule zerstört hatte. Dabei kamen 19 SchülerInnen und fünf LehrerInnen ums Leben. Einige überlebten und ihre Überlebensgeschichten kann man im Tsunamimuseum in Hilo nachlesen und hören. Weiter geht es zum Waipi'o Valley, eine der zwei tiefen Täler auf Big Island. Waipi'o Valley war früher stark bevölkert und das Heim von Hawaiianischen Königen. Es ist benannt nach dem Fluss Waipi'o welcher „kurvenreiches Wasser“ in Hawaiianisch bedeutet. Heute ist das Tal in Privatbesitz und wird zum Taroanbau benutzt. Beeindruckend ist vor allem der Ausblick über das Tal und der schwarze Lavastrand.

Einen Besuch wert ist auch der historisch wichtige Pu'ukohola Heiau. Dieser wurde vom ersten König aller Hawaiianischen Inseln, Kamehameha der Grosse, als Tempel für den Kriegsgott erbaut. 1790, als Kamehameha bereits Maui, Lana'i und Moloka'i unter seine Herrschaft gebracht hatte, wollte er auch ganz Hawai'i oder Big Island beherrschen. Laut einer Prophezeihung würde er dieses nur schaffen, wenn er dem Kriegsgott einen Tempel erbauen würde. Er machte sich sofort an die Arbeit und mit Hilfe tausender Arbeiter und einem Jahr Bauzeit schaffte er es den Tempel nach strengen Richtlinien zu erbauen. Zur Eröffnungszeremonie lud Kamehameha auch seinen Gegner König Keoua ein, der aber einem Aufstand während der Zeremonie zum Opfer fiel. So wurde Kamehameha auch Herrscher über ganz Big Island und bis 1810 schaffte er es, alle Hawai'i Inseln unter seiner Herrschaft zu vereinigen.

Natürlich darf eine Fahrt auf den Mauna kea, dem höchsten Berg der Welt vom Meeresboden gemessen (über 9.000 m), nicht fehlen. Das Visitor Center liegt auf 2.850 m Seehöhe und Abends kann man dort durch Teleskope ins Weltall blicken. Durch die Lage der Inseln und die Höhe des Vulkans ist der Gipfel mit 4.205 m Höhe der perfekte Ort für das Mauna-Kea-Observatorium, eine Gruppe internationaler Observatorien, die zusammen die größte Sternwarte der Welt bilden. Darunter befindet sich unter anderem das Keck-Observatorium mit seinen beiden 10-m-Spiegeln, die zu den derzeit leistungsfähigsten Teleskopen weltweit gehören. In Hilo haben alle öffentlichen Beleuchtungen (im Hafen, Straßenbeleuchtungen, usw.) sogar Lampen mit einer ganz bestimmten Wellenlänge, die von den Messungen am Gipfel leicht herausgerechnet werden können.

Das Highlight von Big Island ist aber auf jeden Fall der Besuch des Volcano National Park, der sich um und am Kilauea befindet. Der Kilauea ist ein Schildvulkan, der sich an der Ostflanke des größeren und älteren Mauna Loa Vulkanes befindet. Aufgrund der starken Erdebeben und des Verschwindens des Lavasees des Halema'uma'u war klar, dass der National Park bald geschlossen wird, um die Besucher nicht zu gefährden. Wir schafften es aber, am letzten offenen Tag noch einen Blick über die Caldera des Kilauea auf den rauchenden Halema'uma'u Krater zu werfen. Leider nahmen die Lavaausbrüche an der Südostflanke des Vulkans stark zu und über 2.000 Menschen mussten aus ihren Häusern evakuieren.

Die Lava verschwand komplett aus dem Krater was explosionsartige Ausbrüche auslöste. Diese entstehen, wenn die Lava unter den Grundwasserspiegel sinkt, somit Wasser mit Lava in Berührung kommt und explosionsartig verdunstet. Ist der leere Lavaschacht offen, können die entstehenden Gase und die Asche sofort entweichen. Durch den Rückzug der Lava wird der Kraterschacht aber instabil, Felsen und Geröll lösen sich, fallen hinein und blockieren den Schacht. Somit steigt der Druck darunter und wird irgendwann so stark, dass es zu explosionsartigen Gas- und Ascheausbrüchen kommt. Der Beginn dieser Eruptionen wurde von den Wissenschaftlern erwartete, und war gut vorhergesagt.

Unser neuer Freund Kiko, ein Hawaiianer, der Kanubauer ist und anscheinend fast alle Leute auf Big Island kennt, kam an einem Tag mit Neuigkeiten über die Lavaströme zu uns. Zwei sollten innerhalb der nächsten Stunden den Ozean erreichen und er meinte wir sollten uns mit der Pakia tea auf den Weg machen, um dieses Spektakel live sehen zu können. Also ging es am Abend los Richtung Südostseite der Insel, ca. 35 Meilen. Gleich nach der Hafenausfahrt konnte man einen orangenen Schein am Nachthimmel sehen, der durch die Lavafontänen ausgelöst wird. Bevor es dann in wildem Ritt ums Kap ging wurden die ersten Lavaflüsse sichtbar und dann die großen „Laze“-Wolken. Laze entsteht wenn Lava in Kontakt mit Meerwasser kommt und besteht aus salzsäurehaltigen Dämpfen und kleinen Glaspartikeln. Da relativ konstanter, starker Passatwind aus NO wehte, konnte man aber gut aus den Wolken draußen bleiben. Außerdem wollten wir nicht zu nahe, da man ja nicht weiß wie weit die Lava spritzt. Wir waren tatsächlich die ersten, die dieses Spektakel vom Meer aus zu sehen bekamen, ein beeindruckendes Erlebnis. Das zweite Boot kam erst Stunden später bei Tagesanbruch an.

Nach dem ersten Trip mussten wir sogar ein zweites Mal direkt dort vorbei, auf dem Weg zur Westseite der Insel. Beim zweiten Mal konnten wir einen ganzen Lavastrom Richtung Meer sehen und kleinere Lavaexplosionen beim Eintritt ins Wasser.

Wie die Situation auf Big Island weiter geht kann niemand genau vorhersagen. Nachdem sich die Lava komplett aus dem System des Halema'uma'u Kraters zurückgezogen hat, wurde dieser instabil und begann einzufallen. Ein Ende dieses Zyklus und des Lavaausbruchs an der Südostflanke ist nicht in Sicht. Der Kilauea ist nicht umsonst der aktivste Vulkan der Welt und man muss immer mit solchen Situationen rechnen, auch wenn das für all die Menschen die ihre Häuser verloren haben kein Trost ist. Aufgrund dessen, dass der Kilauea auch der besterforschte Vulkan der Welt ist, hat es keine Todesfälle oder Verletzungen gegeben, und die Vorgänge konnten gut vorhergesagt werden.

Störend ist für die Menschen, die nicht in der Lavaausbruchzone leben vor allem der „Vog“. Es sieht so aus wie ein Nebelschleier über der Insel, besteht allerdings aus Aschepartikeln, Schwefel und anderen Gasen. Wir befanden uns erst direkt in diesem „Vog“, als wir die Westseite der Insel erkundeten.

Dort gibt es schöne Ankerplätze und in allen Ankerbuchten sahen wir Spinnerdelfine, die dort tagsüber rasten und Abends auf das offene Meer aufbrechen, um Fische und Tintenfische zu fangen. Die Korallenbedeckung war eher mäßig und man merkt, dass die globale Korallenbleiche letztes Jahr auch vor Hawai'i nicht halt gemacht hat. Die Fische am Riff sind wenig und eher klein, was darauf hindeutet, dass die großen vermutlich alle weggefangen sind. Auch Haie sind eher Mangelware und bis auf einige Babys haben wir keine gefunden.

Wir haben genug vom „Vog“ und segeln deshalb weiter Richtung Maui, wo uns hoffentlich viel Sonnenschein erwartet.

project manaia

Krüss Mikroskope