Die Bucht Tijeretas ist einer der wenigen Schnorchelplätze auf Galapagos, die man auch ohne lokalen Guide erkunden darf. Wir nutzen das und werden gleich beim ersten Ausflug mit  Galapagos Seelöwen (Arctocephalus galapagoensis) belohnt. Sie finden vor allem Tom interessant und ziehen vor der Kamera eine richtige Show ab. So ungeschickt sie sich an Land fortbewegen so elegant gleiten sie im Wasser dahin. Auch Galapagos Suppenschildkröten bzw. Galapagos Green Turtles (Chelonia mydas agassisi) gibt es hier überall. Man kann sie beim fressen und schwimmen beobachten. Am Playa Loberia, südöstlich von Puerto Baquerizo Moreno, sieht man viele beim Fressen der Algen im seichten Wasser, wo sich auch Fischschwärme aufhalten.

Den Höhepunkt unseres Besuches von San Cristobal bildeten aber auf jeden Fall unsere zwei Tauchausflüge zum Kicker Rock (Leon Dormido), einem steilen zweiteiligen Felsen, an dem es bis 100 m in die Tiefe geht. Wir wollen endlich unser Logotier sehen. Und siehe da, gleich beim Sprung ins Wasser sieht Sonja von der Oberfläche aus ihren ersten Hammerhai - ein Bogenstirn-Hammerhai (Sphyrna lewini). Später zieht eine ganze Schule an uns vorbei und wir kommen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Die Sicht ist zwar nicht so toll, aber die Menge an Haien ist überwältigend. Neben den Hammerhaien gibt es jede Menge Galapagoshaie (Carcharhinus galapagensis), Weißspitzenriffhaie (Triaenodon obesus) und kleine Schwarzspitzenhaie (Carcharhinus limbatus). Schildkröten (Chelonia mydas agassisi) gleiten entspannt dahin, gefleckte Adlerrochen (Aetobatus narinari) ziehen majestätisch vorbei und Galapagos Seelöwen zeigen akrobatische Pirouetten. In einem riesigen Fischschwarm, der eher einer lebenden Wand gleicht, verliert man beinahe die Orientierung, farbenfroh bewachsene Wände voll mit  Gorgonien und Weichkorallen, sowie Krustenanemonen bilden die Kulisse. Dazwischen finden wir Seesterne, Griffelseeigel, Schwämme und auch hin und wieder kleine Nacktschnecken – die endemische Galapagos Neonsternschnecke (Tambja mulineri). Als Draufgabe nach dem Tauchgang balzen Fregattvögel mit ihrem großen roten Kehlsack direkt auf dem Kicker Rock. Ein wirklich fantastischer Platz, der auch zum schnorcheln bestens geeignet ist. Für uns ist ein Wunsch in Erfüllung gegangen und wir können sagen, dass wir noch nie so viele Haie an einem Platz gesehen haben. Ein tolles Gefühl!

Bei unserer Überfahrt von San Cristobal nach Puerto Ayora auf Santa Cruz entdecken wir bei Flaute und spiegelglatter See jede Menge Hochseetiere. Als Erstes schwimmen uns ein paar Wale über den Weg. Aufgrund des Blases und ihrer Tauchsequenz tippen wir auf Finwale (Balaenoptera physalus). Leider sehen wir ihre Unterseite nicht, daher können wir das nicht genau feststellen. Aber trotzdem schön, wieder mal Wale zu sehen.
Überrascht sind wir außerdem von den vielen springenden Mobula Rochen. Teilweise springen 5 bis 6 gleichzeitig aus dem Wasser. Später halten wir an und haben Gelegenheit sie näher zu bestaunen. Es handelt sich um den Japanischen Teufelsrochen (Mobula japanica), der über 3 m groß werden kann und sich ein wenig so verhält wie ein Manta. Zuerst kreisen sie vorsichtig ums Boot, gewöhnen sich aber schnell an uns und so können wir sie unter Wasser schön beobachten. Sie ernähren sich wie Mantas von Plankton, das an diesem Tag zu Hauf im Wasser ist.

Wunderschöne große Venusgürtel (Cestum veneri), die zur Familie der Rippenquallen (Ctenophora) gehören und bis maximal 1,5 m lang werden können, schlängeln sich zu Hunderten durchs Wasser. Immer wieder schwimmen auch viele andere Rippenquallen zwischen den Venusgürteln, wie die tentakellose Beroe. Auch Staatsquallen (Siphonophora) sind leider dazwischen. Diese gehören zu den Hydrozoa und bilden große, stark nesselnde Kolonien, wie wir teilweise zu spüren bekommen.
Jetzt sind wir gespannt auf weitere Ausflüge und Begegnungen unter und über Wasser.

project manaia

Krüss Mikroskope